#Gastbeitrag# flockes Kastration

Flocke kennt ihr schon, Flocke ist das Titelkaninchen der Info-Flyer
Und hier ist ihre Kastrationsgeschichte:

Flocke kastrieren? Nein, mit dem Gedanken konnte ich mich für den Moment nicht anfreunden. Unser Umzug stand kurz bevor, dementsprechend waren die Finanzen ausgeschöpft und ich wusste auch gar nicht, was auf mich zukommen würde. So habe ich Flocke aus der Klinik, wo wir nur zum Checkup und zum Verabschieden hinwollten, erst einmal wieder mitgenommen. "Überlegen Sie es sich nochmal. Zeitlich würde es passen" - diese Worte hingen noch in meinen Ohren als wir vor der Haustür waren. Gedanklich ging ich die Finanzen durch; zählte noch einmal die Tage bis zum Umzug und hielt mir vor Augen, dass dies alles doch noch passen könnte. So habe ich mit meinem "Taxi" gesprochen, ob er uns nochmal fahren könnte und abends auch wieder abholen könnte. Passte.

Quelle: Astrid Timmel
Quelle: Astrid Timmel

Nun rief ich die Tierklinik an, ob ich Flocke doch noch vorbei bringen könnte. Gesagt getan. Ohweh, mein Mädchen, was habe ich da nur gemacht. Gegen 11 Uhr gab ich sie also vertrauensvoll in die Hände der Tierklinik. Wieder zuhause angekommen versuchte ich vorzubereiten was noch geht: Einstreu aus der Klowanne, sonstige Gefahrgegenstände raus.... puh! Ich hatte absolut keine Erfahrungen was ich hier wirklich alles zu machen hatte. Gegen 18 Uhr erhielt ich den erlösenden Anruf dass Flocke wohlauf ist und ich sie abholen darf. Das wichtigste mit der TK besprochen und los gings. Wieder zu Hause hat sie erst einmal eine Ladung getrunken und ruhte sich aus. Sie wollte zwar schon wieder raus aus dem Gehege, aber nein... sie sollte sich ausruhen. Ich bot ihr allerhand zufressen an, aber das wollte sie noch nicht.

Quelle: Astrid Timmel
Quelle: Astrid Timmel

Am nächsten Tag, es war Donnerstag, merkte ich dass sie auf die Toilette wollte und ging, aber es kam nichts. Panisch rief ich also in der Tierklinik an. Sie muss fressen und kötteln, sonst soll ich mit ihr am Nachmittag nochmal hin. Ich versuchte alles mögliche, aber es ging nichts. 

Quelle: Astrid Timmel
Quelle: Astrid Timmel

So packte ich sie am Nachmittag wieder ein und fuhr mit ihr in die Klinik, wo es eine Dosis Schmerzmittel gab. Dort lernte ich auch, wie ich Flocke päpple. Puh! Noch schnell einen Termin für den nächsten Tag ausgemacht und heim ging es wieder. Am Abend kamen dann die ersten Köttel. Was habe ich mich gefreut. Ich habe mich noch nie so über Köttel gefreut und ich glaube, jeder der so etwas mitgemacht hat wird es mir bestätigen können. Da Flocke auch endlich von allein fraß, brauchte ich nicht weiter päppeln. Mein Herz!

Am nächsten Tag, Freitag, gab´s wieder Antibiotika und Schmerzmittel. Die Wunde sah gut aus. Dass es Pflaster und Bodys dafür gibt wusste ich übrigens auch noch nicht, bis ich Britta über Facebook kennen lernte.

Samstag durfte Flocke zuhause bleiben und es ging ihr sichtlich besser. Sie war schon wieder ein kleiner Rüpel. Gefressen hat sie zum Glück wieder normal.

Nun war es Sonntag früh 9 Uhr. Einen letzten Termin in der Tierklinik für Antibiotika, Dokumente ausdrucken und Abschied nehmen. Flocke ging es super, die Ärztin war zufrieden und nun konnten wir umziehen.

 

Quelle: Astrid Timmel
Quelle: Astrid Timmel

Nach vier Stunden Autofahrt waren wir in unserem neuen Zuhause angekommen. Dort wartete bereits Freund Charly auf seine neuen Freundin. Allerdings brachte ich Flocke noch eine Woche im Büro unter - sie sollte sich erst einmal von den Strapazen erholen. Charly ging jeden Tag zu ihr um zu gucken wie es ihr geht. Auch, wenn sich die beiden lang nicht gesehen haben gab es keinerlei Streit und sie erkannten sich sofort wieder.

Den Samstag nach unserem Umzug gingen wir mit Flocke zum Fäden ziehen. Danach haben wir sie in Charlys reich gelassen. Es hat sich alles gelohnt: Die beiden sind sofort ein Herz und eine Seele geworden.

 

Diese Erfahrung hat mich dazu animiert, anderen in der Kastrationsnachsorge zu helfen. Ich war damals komplett auf mich allein gestellt, habe viel dazu gelernt und möchte mein Wissen sehr gern weiter geben. So kam ich zu unserer Zusammenarbeit mit dem Projekt "Weibchenkastration - Nachsorge bei Kaninchen"

Liebe Grüße

 

 Astrid und Flocke


Liebe Astrid,
vielen Dank, dass du uns Flockes Geschichte erzählt hast. 
Wer noch Fragen rund um die Nachsorge bei der Weibchenkastration hat, dem lege ich den Info-Flyer (zum bestellen oder download hier) oder die Facebookseite "Weibchenkastration - Nachsorge bei Kaninchen" ans Herz"

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Kommentare: 2
  • #1

    Johanna (Mittwoch, 17 Februar 2016 16:47)

    Danke für den informativen Artikel, denn ich bin gerade dabei mich zu informieren, weil ich mir ein oder auch vielleicht auch zwei Kaninchen zulegen möchte. Und ich denke, dass ich auf jeden Fall das Kaninchen kastrieren lassen werde. LG Johanna

  • #2

    Britta (Mittwoch, 17 Februar 2016 20:04)

    Liebe Johanna,
    schön, dass du dich vor der Anschaffung von Kaninchen informierst.
    Aber bedenke, dass Kaninchen immer mindestens zu zweit gehalten werden müssen. Kaninchen sind sehr soziale Tiere und brauchen mindestens einen Artgenossen.
    Männchen müssen dafür kastriert sein, Weibchen sollten nur kastriert werden, wenn es eine medizinische Indikation dazu gibt.
    Herzlicher Gruß,
    Britta von bunnywear